Balderschwang ist mit 1044 m die höchstgelegenste und kleinste selbstständige Gemeinde Deutschlands, hinter der höchsten Passstraße (Riedbergpass 1.420 m) mit ca. 220 Einwohnern und 1.100 Gästebetten.
Das Balderschwanger Hochtal öffnet sich nach Westen zum Bregenzerwald. Die Südseite des Tales charakterisiert den Hohen Ifen und die Gottesackerwände. Die Nordseite zeigt die bizarre Nagelfluhformation. Ganz typisch dafür ist der Siplingerkopf mit seinen Nadeln, ein beliebtes Wanderziel. Im Osten wacht das Riedberger Horn über dem Hochtal, während sich im Süden der waldige Rücken des Hochschelpen erstreckt. Im Gegensatz zu diesen aus den Formationen des Flysch bzw. des Helvetikums stammenden Gras- und Waldbergen stehen die steileren, aus Nagelfluh bestehenden Gestalten des Siplinger Kopfes (1.745 m), des Heidenkopfes (1.685 m) und des Girenkopfes (1.683 m). Wegen seiner abseitigen Lage und der großen Schneemengen wurde Balderschwang in früheren Zeiten das „Bayrische Sibirien“, genannt.
Lauschen Sie den Märchen der zwei- bis viertausendjährigen Eibe, die schon über das Tal wachte, lange bevor der Mensch kam. Die Eibe zu Balderschwang steht südöstlich des Orts auf 1.150 m Seehöhe. Es handelt sich um eine männliche Doppeleibe, die lange Zeit in einem deckenden Bergmischwald gestanden hat, dessen Teil um sie herum der Rodung zum Opfer fiel. Es ist ein glücklicher Zufall, dass die Eibe erhalten blieb, obwohl bis ins Mittelalter hinein Eibenholz gesucht war. Betrachtet man neben diesem frisch grünenden, heute noch fruchtenden Baum die gesamte menschliche Geschichte, zwingt diese Lebensleistung der Natur zu tiefer Demut.